Liebe und Tugend.
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Wenn einem Mädgen das uns liebt,
Die Mutter strenge Lehren giebt,
Von Tugend, Keuschheit und von Pflicht,
Und unser Mädgen folgt ihr nicht,
Und fliegt mit neuverstärktem Triebe
Zu unsern heissen Küssen hin;
Da hat daran der Eigensinn,
So vielen Antheil als die Liebe.
Doch wenn die Mutter es erreicht,
Dass sie das gute Herz erweicht,
Voll Stolz auf ihre Lehren sieht,
Dass uns das Mädgen spröde flieht;
So kennt sie nicht das Herz der Iugend,
Denn wenn das je ein Mädgen thut
So hat daran der Wankelmuth
Gewiss mehr Antheil als die Tugend.