Wenn der uralte,
Heilige Vater
Mit gelassener Hand
Aus rollenden Wolken
Segnende Blitze
Über die Erde sä’t,
Küß’ ich den letzten
Saum seines Kleides,
Kindliche Schauer
Treu in der Brust.
Denn mit Göttern
Soll sich nicht messen
Irgend ein Mensch.
Hebt er sich aufwärts,
Und berührt
Mit dem Scheitel die Sterne,
Nirgends haften dann
Die unsichern Sohlen,
Und mit ihm spielen
Wolken und Winde.
Steht er mit festen,
Markigen Knochen
Auf der wohlgegründeten,
Dauernden Erde;
Reicht er nicht auf,
Nur mit der Eiche
Oder der Rebe
Sich zu vergleichen.
Was unterscheidet
Götter von Menschen?
Daß viele Wellen
Vor jenen wandeln,
Ein ewiger Strom:
Uns hebt die Welle,
Verschlingt die Welle,
Und wir versinken.
Ein kleiner Ring
Begränzt unser Leben,
Und viele Geschlechter
Reihen sich dauernd
An ihres Daseyns
Unendliche Kette.
| Sigle | Titel | Überlieferungsform | |
|---|---|---|---|
| 🚧 | 🚧 | 🚧 | |
| 🚧 | 🚧 | 🚧 | |
| H.5b | Gedichtsammlung von 1815, … | revidiertes Druckexemplar | |
| - | Grenzen der Menschheit, … | Abschrift | |
| - | Gränzen der Menschheit, … | Abschrift | |
|
H.4 | Vermischte Gedichte, … | Reinschrift |
| S 8 | Goethe’s Schriften. Achte … | Druck |
| Relation | Bezugsentität | Quelle |
|---|---|---|
| verfasst von | Johann Wolfgang Goethe | H.5b, -, -, H.4 , S 8 |
| datiert auf | zwischen 1778 und 1781 | Brüning/Henke 2025 |
| datiert auf | 1779/80 | GB 4.2 A, Nr. 75, 173 |
| datiert auf | zwischen 1779 und 1781 | MA 2.1, 574 |
| überliefert in | 4 Handschriften | H.5b, -, -, H.4 |
| überliefert in | Druck | S 8 |
| Teil von | Gedichtsammlung von 1815 | H.5b |
| Teil von | Vermischte Gedichte, Zweyte Sammlung | H.4 |
| Vorheriger Nachbar in der Überlieferung | Ganymed | H.5b, H.4, S 8 |
| Nächster Nachbar in der Überlieferung | Der Mensch | H.5b, H.4, S 8 |