Christel

»Hab' oft einen dumpfen düstern Sinn …«

Informationen zum Text

Art des Textes
Gedicht
Titel (normiert, vorläufig)
Christel
Gedichtanfang (normiert, vorläufig)
»Hab' oft einen dumpfen düstern Sinn …«
Quelle der vorläufigen Titeldaten
WA I 1,18
Kennung in der Forschungsdatenbank so:fie
92984

Historisch überlieferte Fassungen

Chriſtel.

Synoptische Ansicht nicht verfügbar

Hab’ oft einen dumpfen düſtern Sinn,
Ein gar ſo ſchweres Blut!
Wenn ich bey meiner Chriſtel bin,
Iſt alles wieder gut.
Ich ſeh ſie dort, ich ſeh ſie hier
Und weiß nicht auf der Welt
Und wie und wo und wann ſie mir
Warum ſie mir gefällt.
Das ſchwarze Schelmenaug dad’rein,
Die ſchwarze Braue drauf,
Seh’ ich ein einzigmal hinein,
Die Seele geht mir auf.
Iſt eine, die ſo lieben Mund
Liebrunde Wänglein hat?
Ach, und es iſt noch etwas rund,
Da ſieht kein Aug’ ſich ſatt!
Und wenn ich ſie denn faſſen darf
Im luft’gen deutſchen Tanz,
Das geht herum, das geht ſo ſcharf,
Da fühl’ ich mich ſo ganz!
Und wenn’s ihr taumlig wird und warm,
Da wieg’ ich ſie ſogleich
An meiner Bruſt, in meinem Arm;
’S iſt mir ein Königreich!
Und wenn ſie liebend nach mir blickt
Und alles rund vergißt,
Und dann an meine Bruſt gedrückt
Und weidlich eins geküßt,
Das läuft mir durch das Rückenmark
Bis in die große Zeh!
Ich bin ſo ſchwach, ich bin ſo ſtark,
Mir iſt ſo wohl, ſo weh!
Da möcht’ ich mehr und immer mehr,
Der Tag wird mir nicht lang;
Wenn ich die Nacht auch bey ihr wär’,
Davor wär’ mir nicht bang.
Ich denk’, ich halte ſie einmal
Und büße meine Luſt;
Und endigt ſich nicht meine Qual,
Sterb’ ich an ihrer Bruſt!

Chriſtel.

Synoptische Ansicht nicht verfügbar

Hab’ oft ein’n dumpfen düſtern Sinn,
Ein gar ſo ſchweres Blut!
Wenn ich bey meiner Chriſtel bin,
Iſt alles wieder gut.
Ich ſeh ſie dort, ich ſeh ſie hier,
Und weiß nicht auf der Welt
Und wie und wo und wann ſie mir
Warum ſie mir gefällt.
Das ſchwarze Schelmenaug da d’rein,
Die ſchwarze Brane d’rauf,
Seh’ ich ein einzigmal hinein,
Die Seele geht mir auf.
Iſt eine, die ſo lieben Mund,
Liebrunde Wänglein hat?
Ach, und es iſt noch etwas rund,
Da ſieht kein Aug’ ſich ſatt.
Und wenn ich ſie dann faſſen darf
Im lüftgen teutſchen Tanz,
Das geht herum, das geht ſo ſcharf,
Da fühl ich mich ſo ganz!
Und wenn’s ihr tümmlig wird und warm,
Da wieg’ ich ſie ſogleich
An meiner Bruſt, in meinem Arm;
’S iſt mir ein Königreich!
Und wenn ſie liebend nach mir blickt
Und alles rund vergißt,
Und dann an meine Bruſt gedrückt
Und weidlich eins geküßt,
Das läuft mir durch das Rückenmark
Bis in die große Zeh;
Ich bin ſo ſchwach, ich bin ſo ſtark,
Mir iſt ſo wohl, ſo weh!
Da möcht’ ich mehr und immer mehr;
Der Tag wird mir nicht lang;
Wenn ich die Nacht auch bey ihr wär,
Davor wär mir nit bang.
Ich denk, ich halte ſie einmal,
Und büße meine Luſt,
Und endigt ſich nicht meine Qual:
Sterb’ ich an ihrer Bruſt!

An Christel.

Synoptische Ansicht nicht verfügbar

Hab oft einen dummen düstern Sinn
Ein gar so schweeres Blut,
Wenn ich bey meiner Cristel bin
Ist alles wieder gut.
Ich seh sie dort, ich seh sie hier
Und weis nicht auf der Welt
Und wie und wo und wann sie mir
Warum sie mir gefällt.
Das schwarze Schelmenaug da drein
Sie schwarze Braue drauf,
Seh ich ein einzigsmal hinein
Die Seele geht mir auf.
Ist eine die so lieben Mund
Liebrunde Wänglein hat?
Ach und es ist noch etwas rund
Da sieht kein Aug sich satt.
Und wenn ich sie denn fassen darf
Im luftgen teutschen Tanz
Das geht herum das geht so schaf scharf
Da fühl ich mich so ganz.
Und wenn’s ihr tümmlich wird u. warm
Da wieg ich sie sogleich
An meiner Brust in meinem Arm
Ist mir ein Königreich.
Und wenn sie liebend nach mir blickt
Und alles rund vergisst
Und dann an meine Brust gedrückt
Und weidlich eins geküsst.
Das läuft mir durch das Rückenmarck
Bis in die grose Zeh
Ich bin so schwach ich bin so starck
Mir ist so wohl, so weh!
Da mögt ich mehr und immermehr
Der Tag wird mir nicht lang,
Wenn ich die Nacht auch bey ihr wär
Dafür wär mir nicht bang
Ich denck ich halte sie einmal
Und büse meine Lust,
Und endigt sich nicht meine Quaal
Sterb ich an ihrer Brust.

Taumel.

Synoptische Ansicht nicht verfügbar

Hab oft einen dummen düstern Sinn,
Ein gar zu schweres Blut , :
Wenn ich bey meiner Cristel bin
Ist alles wieder gut.
Ich seh sie dort, ich seh sie hier
Und weiß nicht auf der Welt
Und wie Warum und wo und wann sie mir,
Warum Und wie sie mir gefällt.
Das schwarze Schelmenaug dadrein,
Die schwarze Braue drauf!
Seh ich ein einzigmal hinein
Die Seele geht mir auf:
Ist eine, die so lieben Mund
Liebrunde Wänglein hat?
Ach und es ist noch etwas rund,
Da sieht kein Aug sich satt.
Und wenn ich sie denn faßen darf
Im luftigen teutschen Tanz,
Das geht herum, das geht so scharf,
Da fühle' ich mich so ganz!
Und wenns ihr tummlich taumlich wird und warm,
Ich wiege sie so gleich
An meiner Brust in meinem Arm,
Ist mir ein Königreich.
Und wenn sie liebend nach mir blickt,
Und alles rings vergißt,
Und dann an meine Brust gedrückt
Und weidlich eins geküßt . ,
Das läuft mir durch das Rückenmarck
Biß in die große Zeh
Ich bin so schwach, ich bin so starck
Mir ist so wohl, so weh . !
Da möcht ich mehr und immer mehr,
Der Tag wird mir nicht lang,
Wenn ich wenn ich die Nacht auch bey ihr wär,
Dafür wär mir nicht bang.
Ich denck ich halte sie einmal
Und büse meine Lust
Und endigt sich nicht meine Quaal
Sterb ich an ihrer Brust.

Synoptische Ansicht nicht verfügbar

Hab oft einen dumpfen düſtern Sinn,
Ein gar ſo ſchweres Blut!
Wenn ich bey meiner Chriſtel bin,
Iſt alles wieder gut.
Ich ſeh ſie dort, ich ſeh ſie hier,
Und weiß nicht auf der Welt
Und wie und wo und wann ſie mir
Warum ſie mir gefällt.
Das ſchwarze Schelmenaug da d’rein,
Die ſchwarze Braue d’rauf,
Seh ich ein einzigmal hinein,
Die Seele geht mir auf.
Iſt eine, die ſo lieben Mund,
Liebrunde Wänglein hat?
Ach, und es iſt noch etwas rund,
Da ſieht kein Aug’ ſich ſatt.
Und wenn ich ſie dann faſſen darf
Im lüftgen teutſchen Tanz,
Das geht herum, das geht ſo ſcharf,
Da fühl ich mich ſo ganz!
Und wenn’s ihr tümmlig wird und warm,
Da wieg ich ſie ſogleich
An meiner Bruſt, in meinem Arm;
’S iſt mir ein Königreich!
Und wenn ſie liebend nach mir blickt
Und alles rund vergißt,
Und dann an meine Bruſt gedrückt
Und weidlich eins geküßt,
Das läuft mir durch das Rückenmark
Bis in die große Zeh;
Ich bin ſo ſchwach, ich bin ſo ſtark,
Mir iſt ſo wohl, ſo weh!
Da möcht ich mehr und immer mehr;
Der Tag wird mir nicht lang;
Wenn ich die Nacht auch bey ihr wär,
Davor wär mir nit bang.
Ich denk ich halte ſie einmal,
Und büße meine Luſt,
Und endigt ſich nicht meine Quaal
Sterb ich an ihrer Bruſt!
🚧

Handschriften und Drucke

Sigle Titel Überlieferungsform
🚧 GSA 30/393 🚧 🚧
🚧 s.3 J. W. Goethens Schriften … Druck
🚧 H.2 Gedichtsammlung, Reinschr … Reinschrift
🚧 H.3 Vermischte Gedichte, Erst … Reinschrift
🚧 🚧 🚧 🚧
🚧 H.27a Gedichtsammlung, Abschrif … Abschrift

Kontexte

Relation Bezugsentität Quelle
verfasst von Johann Wolfgang Goethe GSA 30/393, H.2, H.3, 🚧, H.27a , s.3
hat Bezug zu Kräuter, Keilschen H.3
überliefert in 5 Handschriften GSA 30/393, H.2, H.3, 🚧, H.27a
überliefert in Druck s.3
Teil von Vermischte Gedichte, Erste Sammlung H.3
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Mit einem goldnen Halskettchen s.3
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Hypochonder H.2, H.27a
Vorheriger Nachbar in der Überlieferung Erster Verlust H.3
Nächster Nachbar in der Überlieferung Rettung GSA 30/393
Nächster Nachbar in der Überlieferung Adler und Taube s.3
Nächster Nachbar in der Überlieferung Kenner und Enthusiast H.2, H.27a
Nächster Nachbar in der Überlieferung Die schöne Nacht H.3
Nächster Nachbar in der Überlieferung Erklärung eines alten Holzschnittes vorstellend Hans Sachsens poetische Sendung 🚧